Tabuthema Blasenschwäche

17. Oktober 2012

Über Blasenschwäche wird nicht viel geredet, obwohl allein in Deutschland zwischen 5 bis 8 Millionen Menschen – hauptsächlich Frauen betroffen sind. Tatsache ist, dass Blasenschwäche so verbreitet ist wie etwa Heuschnupfen.

 

Was versteht man unter Blasenschwäche?

Vereinfacht gesagt ist Blasenschwäche die Unfähigkeit, den Harndrang zu kontrollieren.

In kleineren oder größeren Mengen geht Harn ab (= Inkontinenz), ohne dass Sie es verhindern können.

Was für Ursachen gibt es?

Die Ursachen sind vielfältig, z.B. eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur. Auch Schädigungen an den Nerven, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente und selbst eine Infektion oder eine Verstopfung können zu Blasenschwäche führen.

Die verbreiteste Art der Blasenschwäche bei Männern ist der ständige Harnabgang von kleinen Mengen tröpfelweise (Tröpfelinkontinenz). Dies wird meist durch eine geschwollene Prostata verursacht, die eine Verengung der Harnröhre verursacht und somit den Urin in der Blase staut.

Ist Blasenschwäche gleich Blasenschwäche?

Neben der eben erwähnten Tröpfelinkontinenz unterscheidet man drei weitere Arten der Harninkontinenz. Bei der Stress- oder Belastungsinkontinenz kommt es zu unfreiwilligem Harnverlust beim Niesen, Husten, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Ursache hierfür ist meist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Die Dranginkontinenz zeichnet sich durch einen plötzlichen, starken Harndrang aus, der meistens bei älteren Menschen zum unfreiwilligen Harnaustritt führt. Unter der Überlaufinkontinenz kommt es durch zu große Harnmengen in der Blase zu Harnverlusten. Zurückzuführen ist dies auf einen Harnstau und/oder eine Fehlfunktion der Blasenmuskulatur. Auch Mischformen können vorkommen.

Welche Form vorliegt, was die Ursachen dafür sind und welche Therapie die richtige ist, muss aber unbedingt von einem Facharzt abgeklärt werden.

Was kann man unterstützend machen?

Der beste Weg um den Urinverlust zu stoppen oder einzudämmen ist die Stärkung der Beckenbodenmuskeln. Hierzu gibt es zahlreiche einfache Übungen. Die ersten Erfolge sind auch schon nach ein paar Wochen zu erwarten. Nach 8-12 Monaten bestehen gute Chancen, dass Sie symptomfrei sind. Besonders gut eignet sich dieses Training für die Stressinkontinenz.

Ausserdem stehen für die Selbstmedikation einige pflanzliche Arzneien zur Verfügung, die helfen können den häufigen Harndrang zu mindern und die Blasenfunktion zu stärken. Beispiele hierfür wären der Arzneikürbis, Hopfen, Brennesselwurzel und die Sägepalmenfrucht (Sabal).

Was für Einlagen eignen sich bei Blasenschwäche?

Hier gibt es spezielle Einlagen mit Saugkern. Geruchsbinder vermeiden die Geruchsentstehung, der niedrige pH-Wert unterbindet Bakterienbildung. Auf Damenbinden sollte verzichtet werden, da diese für die dickliche Menstruationsflüssigkeit ausgelegt sind und dünnflüssigen Urin nicht zufrieden stellend aufnehmen können.

Inkontinenzeinlagen in verschiedenen Stärken und Ausführungen bekommen Sie in der St. Hubertus Apotheke, wo Sie auch Gratisproben erhalten und entsprechend beraten werden.

Kann man das Problem verbessern indem man einfach weniger trinkt?

Nein! Wenn Sie weniger trinken erhöht sich die Konzentration Ihres Urins. Das wiederum reizt die Blase und Sie urinieren häufiger. Trinken Sie aber auch nicht exzessiv mehr. Dies kann dazu führen, dass sich die Blase aufbläht.

An wen kann man sich wenden?

Gerne beraten wir Sie zu dem Thema Inkontinenz in der St. Hubertus Apotheke. Auch

Ihr Hausarzt , der Sie dann im gegebenen Fall zum Facharzt überweisen kann ist ein Ansprechpartner.

Aber auch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft bietet ausführliche Informationen auf ihrer Hompage: www.kontinenz-gesellschaft.de an.