Wissenswertes um dem Schnupfen was zu husten

2. Januar 2017

Zehn Fragen und Antworten zum Thema Erkältung

 

 

Welche Rolle spielen die Schleimhäute bei einer Erkältung?

 

Unsere Schleimhäute sind unsere erste Verteidigungslinie im Kampf gegen Erreger. Mit ihren feinen Flimmerhärchen und dem zähflüssigen Sekret des Riechapparates sorgen sie dafür, dass Infektionskeime die Barriere möglichst nicht überwinden können und rechtzeitig abtransportiert werden. Kälte und Zugluft jedoch reduzieren ihre Durchblutung. Die Folge: Sie schrumpfen und nehmen ihre Aufgabe nicht mehr so gut wahr. Die Ansteckungsgefahr steigt.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

In der kalten Jahreszeit sollten Sie regelmäßig stoßlüften. Hilfreich kann auch sein, in den Räumen für zusätzliche Luftfeuchtigkeit zu sorgen, zum Beispiel indem Sie Behältnisse mit Wasser aufstellen oder die Wäsche im Wohnraum trocknen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie viel trinken und sich so warm anziehen, dass Sie nicht frieren. Sehr hilfreich sind auch Nasen-Spülungen.

 

Hat „Kälte“ etwas mit „Erkältung“ zu tun?

 

Indirekt ja. Denn: Voraussetzung für Erkältungskrankheiten sind Viren. Doch bei einer Unterkühlung des Körpers – es reichen kalte Füße – ziehen sich die Schleimhäute zusammen, um den Körper vor weiterer Abkühlung zu schützen. Es strömt weniger Blut in die oberen Luftwege. Dadurch werden die Schleimhäute angreifbarer für Erkältungsviren.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Achten Sie in der Erkältungssaison darauf, viel zu trinken. Zwar verspüren wir gerade bei niedrigen Temperaturen oftmals nur mäßig Durst, mit leckeren und gesunden Heißgetränken kann man aber das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden. Das ist mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt: Forscher in Großbritannien haben gezeigt, dass heiße Getränke besser gegen die Symptome einer Erkältung helfen als kalte.

 

Hilft Schwitzen bei Erkältungen?

 

„eh in’s Bett und schwitz Dich einmal richtig durch!“ Ein Ratschlag, der bei Erkältungen häufiger zu hören ist. Doch Vorsicht! Hausmittelchen wie heiße Bäder, Wärmflaschen und Schwitzpackungen sind für den ohnehin schon angeschlagenen Körper purer Stress. Vor allem der Kreislauf wird sehr belastet. Außerdem ist es ein Trugschluss, man könne Erkältungserreger ausschwitzen. In Wirklichkeit schwitzen wir zum Ende eines fiebrigen Infekts, weil der Körper dann die erhöhte Temperatur durch Verdunstungskälte wieder auf Normaltemperatur herunter regulieren willl. Schwitzen ist also nur ein Zeichen, dass es mit der Gesundheit wieder bergauf geht – aber es ist nicht der Grund dafür.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Ist eine fiebrige Erkältung im Anmarsch, sollten Sie Ihrem Körper Ruhe gönnen. Decken Sie sich im Bett so zu, dass Sie weder schwitzen noch frieren.

 

Kann ich auch bei Schnupfen Kontaktlinsen tragen?

 

Wer während einer Erkältung Kontaktlinsen trägt, riskiert eine Bindehaut- oder sogar eine gefährliche Hornhautentzündung. Das Problem: Die Keime können von der Nase über die Tränenwege in das Auge wandern und sich dort an den Kontaktlinsen festsetzen. Besonders gefährdet sind weiche Haftschalen mit ihrem relativ hohen Wassergehalt. Ist ein Schnupfen im Anmarsch, sollte auf die Brille umgestiegen werden.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Linsen, die zu Beginn einer Erkältung getragen wurden, sollten – sofern es Monatslinsen waren – entsorgt werden. Bei Dauerlinsen muss auf eine ganz besonders gründliche Reinigung und Desinfektion geachtet werden. Extra-Tipp: Nasensprays und andere Mittel, welche die Nase befreien, können auch die Produktion der Tränenflüssigkeit hemmen. Gegen die trockenen Augen gibt es künstliche Tränenflüssigkeit bei uns in der Apotheke.

 

Lässt sich mit Sport Erkältungen vorbeugen?

 

Ja, denn Sport ist gut für das Immunsystem. Allerdings gilt das so nur für Ausdauersport und auch nur dann, wenn man dabei nicht an seine Belastungsgrenze kommt. Zu den Ausdauersportarten zählen Wandern, Radfahren, Eislaufen, Schwimmen, Joggen und Rudern. Ein weiteres Plus: Bewegung im Freien. Die frische Luft regt das Herz-Kreislauf-System zusätzlich an. Studien zeigen, dass bereits 30 Minuten täglich Spazierengehen das Erkältungsrisiko um 20 Prozent senkt.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Lieber regelmäßig locker bewegen, als einmal aus der Puste zu kommen. Denn bei starker Beanspruchung schüttet unser Körper Stresshormone wie Cortison aus – und das dämpft die Aktivität des Immunsystems. Einer der Gründe für häufigere Infekte bei Spitzensportlern.

 

Kann man sich die Nase falsch putzen?

 

Ja! Schnäuzt man zu kräftig, kann durch den erhöhten Innendruck in der Nase Schleim bis in die Stirnhöhlen oder die Kieferhöhlen gepresst werden. Möglich sind dann schmerzhafte Vereiterungen und langwierige Nebenhöhlenentzündungen. Um keinen so starken Druck in der Nase aufzubauen, sollte man immer nur durch ein Nasenloch – bei geschlossenem Mund – schnäuzen. Noch besser, aber als unfein verschrien, ist das Nasehochziehen.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Verwenden Sie Papier- statt Stofftaschentücher und entsorgen Sie diese nach Einmalgebrauch sofort in den Müll oder in die Toilette. Aus Hygienegründen haben sie im offenen Papierkorb oder in der Hosentasche nichts zu suchen! Vergessen Sie bitte auch nicht, sich nach dem Naseputzen die Hände zu waschen. Säuglingen reinigt man mit einem weichen Tuch oder einem speziellen Sauger aus der Apotheke die Nasenlöcher. Für wunde Nase und Lippen nach häufigem Schnäuzen gibt es spezielle Nasen-Augen-Salben.

 

Stärken Saunagänge unsere Abwehr?

 

Regelmäßige Saunagänge, Kneipp’sche Wechselbäder für die Füße oder Wechselduschen sind echte Fitnesseinheiten für unser Immunsystem und bringen den Kreislauf auf Trab. Das A & O dabei: Die wechselnden Temperaturen. Auch wenn es Überwindung kostet – aber das Tauchbad oder der kalte Guss gehören nach einem Saunagang einfach dazu.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Saunagänge sind für erkältete Patienten tabu. Allerdings kann man sich zu Hause Dampfbäder machen, indem Menthol- und Eukalyptus-Zubereitungen aus der Apotheke mit heißem Wasser in einem Topf überbrüht und die aufsteigenden Dämpfe inhaliert werden. Das durchfeuchtet die Schleimhäute und macht die Nasen- und Nebenhöhlen frei.

 

Welche Rolle spielt die Ernährung für eine gute Abwehr?

 

Eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung ist einer der Schlüssel für ein starkes Immunsystem. Wer sich mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, übersteht die saisonalen Übergänge mit ihren hohen Ansteckungsgefahren besser. Vor allem Vitamin C und Zink unterstützen die körpereigene Abwehr. In Belastungssituationen kann es sinnvoll sein, zusätzlich zur Ernährung ein Vitaminpräparat einzunehmen. Wir beraten Sie gerne.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Wer kennt Großmutters Hausrezept für die kalte Jahreszeit nicht? Die heiße Zitrone. Das Problem: Vitamin C ist als Einzelsubstanz nicht hitzebeständig. Besser also, Sie trinken den Saft der Zitrone gesondert vom heißen Wasser oder Tee. Für alle, denen das zu sauer ist, gibt es spezielle Heißgetränk-Präparate, deren Vitamin C auch nach dem Aufgießen mit heißem Wasser weitgehend stabil bleibt.

 

Urlaubszeit ist Erkältungszeit. Geht das Immunsystem mit uns in die Ferien?

 

Dass Menschen krank werden, wenn sie sich entspannen, können Wissenschaftler immer häufiger beobachten. Gefährdet scheinen alle zu sein, die im Beruf oder im Haushalt ganz besonders unter Anspannung stehen. Man vermutet, dass die Betroffenen erst merken, wie krank sie eigentlich sind, wenn der Stress von ihnen abfällt. Neben psychischen Faktoren gibt es aber noch weitere Gründe, warum uns die Schnupfennase ausgerechnet im Urlaub einholt. So kann die klimatisierte Luft im Flieger und in den Hotels den Schleimhäuten abträglich sein, intensive Sonnenbäder belasten das Immunsystem, oder wir begegnen in den Ferien einfach mehr Menschen, die uns anstecken könnten.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Flugreisen, welche man schon erkältet antreten muss, können zur Qual werden. Ist der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachen durch geschwollene Schleimhäute nicht möglich, drohen gerade beim Sinkflug schlimme Kopf- und Ohrenschmerzen. Abschwellende Nasensprays können, sehr gezielt etwa eine halbe Stunde vor der Landung eingesetzt, Abhilfe schaffen. Vor einer Daueranwendung raten wir allerdings ab. Ansonsten empfiehlt sich für Betroffene mit hoher Infektanfälligkeit die Einnahme von Immunstimulanzien.

 

Kann man bei Erkältungen von der Einnahme von Probiotika profitieren?

 

Ja. Das gilt aber nur für bestimmte Probiotika, zu denen Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium infantis zählen. Und man muss die Probiotika über einen längeren Zeitraum regelmäßig einnehmen. Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt Kiel haben unlängst gezeigt, dass bei Erwachsenen, die ein Probiotikum über sechs Monate einnahmen, die Schwere und Dauer von Erkältungen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament erhielten, eindeutig reduziert war.

 

Unser Apotheken-Tipp:

 

Probiotische Präparate sind wie gute Lebensmittel: Man sollte sie ‚risch’ zu sich nehmen. Auch wenn Hersteller Mindesthaltbarkeiten bis zu zwei Jahren garantieren – besser ist es, das Präparat nach dem Kauf umgehend zu verwenden. Denn die Zahl der noch lebensfähigen Keime sinkt mit der Zeit. Für den gesundheitsfördernden Effekt von Probiotika macht aber gerade die Dosis, die Keimzahl, den entscheidenden Unterschied.