Aus die Laus – Wissenswertes über Kopfläuse

11. November 2016

Kopfläuse sind vor allem bei Kindern weit verbreitet, können aber mit den richtigen Mitteln schnell beseitigt werden

Fakten und Vorurteile

Läuse können weder springen noch fliegen, deshalb erfolgt die Ansteckung in den allermeisten Fällen direkt von Kopf zu Kopf oder bei der gemeinsamen Benutzung von Kämmen und Bürsten. Eine Ansteckung über Kopfbedeckungen oder Kuscheltiere ist dagegen eher unwahrscheinlich, da sich Läuse fast ausschließlich auf Menschenköpfen aufhalten. Auch die Übertragung über Haustiere ist auszuschließen weil Kopfläuse ausschließlich den Menschen befallen.

Mit schlechter Hygiene haben Kopfläuse ebenfalls nichts zu tun.

Kopfläuse ernähren sich von Blut und stechen alle drei bis sechs Stunden in die Kopfhaut und saugen Blut. Die dabei zurückbleibenden Speichelreste verursachen den Juckreiz.

Trotzdem sollte Kratzen wenn möglich unterdrück werden, da ansonsten eine bakterielle Infektion verursacht werden kann.

Die Diagnose ist sehr einfach: entscheidend ist ob Nissen vorhanden sind. Nissen sind transparent-weißlich bis braun, oval und mit bloßem Auge gerade noch erkennbar. Im Gegensatz zu Haarschuppen lassen sie sich nur schwer vom Haar streifen.

Meistens sitzen sie hinter den Ohren sowie in der Nacken-und Schläfengegend.

Kampf den Parasiten

Bei eindeutiger Diagnose können Kopfläuse mit geeigneten Mitteln aus der Apotheke zu Hause selbst behandelt werden.

Um den Erfolg zu sichern gibt es einige Punkte zu beachten: Das Produkt sollte nicht zu sparsam aufgetragen werden und die vorgeschriebene Einwirkzeit eingehalten werden. Das Haar sollte je nach Produkt trocken oder handtuchtrocken sein – nicht zu nass, da das Mittel sonst zu verdünnt wird.

Eine Zweitbehandlung nach acht bis zehn Tagen ist unbedingt erforderlich um nachschlüpfende Jungläuse zu entfernen.

Läusemittel

Bei den Läusemitteln unterscheidet man chemische und physikalische. Erstere enthalten Stoffe die giftig für die Insektennerven für den Menschen aber ungefährlich sind.

Produktbeispiele hierfür sind Goldgeist, Infectopedicul oder Jacutin.

Die zweite Gruppe enthält Kriechöle, die die Atemöffnungen der Läuse verkleben. Die Wirkung ist sehr gut, je nach Reifegrad werden 95 bis 100 Prozent der Nissen abgetötet.

Beispiele: Nyda, Linicin oder Dimet 20)

Sonstige Maßnahmen

Kopfläuse benötigen zum Überleben Blut. Bereits 48 Stunden ohne Blut verhungern die Läuse. Übertriebene Hygienemaßnahmen sind also unnötig, es reicht aus Kämme und Bürsten für zehn Minuten in 60-70 °C heißes Wasser zu legen. Textilien sollten bei 60°C in der Maschine gewaschen werden. Für Kuscheltiere wird eine „Quarantäne“ in Plastiktüten von 2-3 Tagen empfohlen.

Von einer prophylaktischen Mitbehandlung nicht befallender Familienmitglieder wird abgeraten. Kinder dürfen gleich im Anschluss an die Erstbehandlung wieder in die Kita oder in die Schule gehen. Wichtig ist es aber, die Einrichtung zu informieren, sobald ein Befall festgestellt wird.